In der Woche vom 21. - 06. Juni dieses Jahres besuchten uns zwölf Schülerinnen und Schüler des TED Malatya Colleges und zwei Lehrerinnen. Unter dem Motto „Erneuerbare Energien und ihr Potenzial in Malatya und Celle“ haben wir in dieser Woche viel erlebt.

Schon am Montag ging es mit einem Besuch in der Ratsmühle in Celle los. Das niedersächsische Wetter ließ uns nicht im Stich, dennoch sind wir im strömenden Regen zu Fuß zur Ratsmühle gewandert. Dort hat uns Herr Nölke ausführlich erklärt, wie die ehemalige Mühle heute zur Stromerzeugung genutzt wird. Besonders interessant war hier auch die Fischtreppe, welche es Fischen, vor allem Lachsen, ermöglicht an den Turbinen vorbei zu den Laichplätzen zu gelangen. Die anschließend geplante Stadtrallye fiel leider dem Regen und der gewünschte Kirchenbesuch den geschlossenen Türen zum Opfer.

Am zweiten Tag ging es gleich morgens früh mit dem Bus los nach Wolfsburg. Dort besuchten wir das Phaeno, welches viele Exponate zu verschiedenen Themenschwerpunkten und für alle Altersklassen zum Selbstausprobieren bietet. Wir konnten unsere eigene Körpertemperatur mit einer Wärmebildkamera sichtbar machen, oder ausprobieren, wie stark man kurbeln muss, um einen Ventilator oder einen Fernseher betreiben zu können – Kraft als erneuerbare Energie. Daneben wird dort jede Stunde ein Feuertornado gestartet, der bestimmt zehn Meter hoch war. Zeit haben wir auch in der Sonderausstellung „ausgeflippt“ verbracht. Hier waren Flipperautomaten aus den letzten Jahrzehnten ausgestellt. Abends nutzen einige von uns die Gelegenheit um gemeinsam auf der Kartbahn Gas zu geben.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen von Jugend-Forscht und damit verbunden gab es natürlich Schülerexperimente zum Thema erneuerbare Energien. In zwei Räumen gab es sechs Experimente bei denen auf unterschiedliche Art und Weise Energie auf einfachem Weg erzeugt werden konnte. So konnten wir mit Hilfe einer Brennstoffzelle ein Auto mit Wasser antreiben und zum Fahren bringen. Dazu musste erst Wasser durch elektrischen Strom in Sauerstoff- und Wasserstoffgas gespalten werden. Das Wasserstoffgas konnten wir nachweisen. Wenn man ein Streichholz an ein mit Wasserstoffgas gefülltes Reagenzglas hält, knallt oder pfeift es – die sogenannte Knallgasprobe. Auch aus Zitronen und sauren Gurken kann man Strom erzeugen. Man steckt einfach zwei verschiedene Metalle in eine Zitrone und schon kann man Spannung messen. Bei Experimenten zu Solarenergie haben wir gelernt, dass die Solarzellen bei kälteren Temperaturen viel besser funktionieren als bei wärmeren. Diese hat uns zum Nachdenken gebracht, da in Malatya, wo es sehr warm ist und natürlich auch die Sonne viel scheint, viel Strom über Solarzellen produziert wird. Wir werden dies bei unserem Türkeibesuch überprüfen. Aber auch ohne Sonne, nämlich mit einem Eiswürfel und einem Peltierelement, konnten wir einen Ventilator betreiben. Besonders kreativ zeigte sich eine Gruppe, die das in der Jugend-Forscht-AG verwendete Windrad gleich verbesserte und mit Solarzellen kombinierte um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Einen Abschluss fand dieser schöne Tag mit einem gemeinsamen Grillabend auf dem Schulhof inkl. Basketballmatch und Schachpartie.

Den letzten Tag verbrachten wir in Bremerhaven im Klimahaus. In verschiedenen Klimazonen – von Regenwald über trockene Hitze bis hin zur Antarktis – werden die landestypischen Gegebenheiten und Klimabedingungen naturgetreu dargestellt. Dabei ging die Reise entlang des achten östlichen Längengrads einmal rund um die Welt. Des Weiteren konnte man seinen eigenen CO2-Fußabdruck erstellen und diesen an verschiedenen Stationen, z.B. über die Umstellung von Atomkraft auf Windkraft, verbessern. Eines der Highlights war ein Hubschraubersimulationsflug durch einen Offshore-Windpark der Nordsee in der Ausstellung zum Aufbau und der Funktionsweise von Windrädern.

Freitagmorgen kam der Moment des Abschieds. Die türkischen Gastschüler fuhren mit dem Zug nach Hannover, um dort noch eine deutsche Großstadt zu erkunden.

Wir danken der Robert-Bosch-Stiftung, welche im Rahmen der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke und des Programms „Willkommen Türkei! Hoşgeldin Almanya!“ unser Projekt mitfinanziert und es uns so auch ermöglicht im Herbst nach Malatya zu fliegen, um unsere Gastschülerinnen und Schüler wiederzusehen und dann unser Wissen über erneuerbare Energie weiter zu vertiefen.