Erneuerbare Energie in Celle und Malatya – ermöglicht durch die Deutsch-Türkische Jugendbrücke

Am 22. Mai landeten abends zehn türkische Gastschülerinnen und Gastschüler mit ihren begleitenden Lehrerinnen aus Malatya am Flughafen in Hannover. Der Besuch war der zweite Teil eines Projektes unter dem Titel „Erneuerbare Energie und ihr Potential in Malatya und Celle“. Nach dem ersten Besuch im letzten Juni sollte eine Schülergruppe aus Celle im November nach Malatya fliegen. Leider ließ die Sicherheitslage einen Gegenbesuch in der Türkei nicht zu, so dass es uns gelungen ist, stattdessen eine zweite Projektwoche in Celle zu organisieren. In dieser Woche hatten alle teilnehmende Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, neben interkulturellen Erfahrungen, viel über erneuerbare Energien zu lernen.

Zum Start der Woche sind wir ins Erdölmuseum nach Wietze gefahren. Der Einstieg über fossile Brennstoffe liegt gerade wegen der wirtschaftlichen Bedeutung in Celle nahe. Durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Celle konnten wir direkt mit dem Bus nach Wietze fahren. Bei schönem Wetter haben wir zuerst den Blick vom Ölberg über die waldreiche Landschaft genossen. So viel Grün, sind die aus der Südosttürkei stammenden Schülerinnen und Schüler gar nicht gewohnt.

Nach einem kurzen Spaziergang wurden uns in einem Vortrag die Eigenschaften des Erdöls und die chemische Zusammensetzung erläutert. Neben einfachen Experimenten, zum Beispiel, welche Fraktion des Erdöls von alleine brennt, konnten wir auch in einem Modell sehen, in welchen Gesteinsschichten das meiste Öl gespeichert ist. In der Ausstellung und auf dem Gelände sind viele verschiedene, zum Teil sehr alte, Pumpen und Pumpenantriebe ausgestellt. Besonders interessant waren der Nachbau eines Stollens und die überall zu findenden Ölreste auf dem Gelände.

Der Dienstag stand im Zeichen von eigenen Experimenten. Neben der Stromerzeugung mit Hilfe von Zitronen, Äpfeln und Kiwis konnte die Gruppe an kleinen Windrädern verschiedene Windradformen ausprobieren und den Einfluss der Windrichtung und -stärke bei der Energiegewinnung untersuchen. Die türkischen Gäste hatten Präsentationen vorbereitet, welche uns die Nutzung der erneuerbaren Energiegewinnung in der Türkei und in Malatya zeigten. Gemeinsam haben wir noch recherchiert um weitere Informationen rund um erneuerbaren Energien in Celle und Malatya vergleichend gegenüberzustellen. Am Nachmittag sind wir dann gemeinsam nach Hannover gefahren.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Sonnenenergie. Dazu sind wir mit der Bahn nach Hameln gefahren. Dort befindet sich das niedersächsische Institut für Solarenergieforschung. In diesem Institut wird an besonders effektiven und auch günstig zu produzierenden Solarmodulen geforscht und diese für Firmen getestet. Nach einem Vortrag und einer Einführung in die Thematik durften die Schüler mit Lötkolben und Schraubenzieher ein kleines funktionierendes Solarmodul zusammenbauen und damit experimentieren. Weiterhin konnten Sie ihre Handys mit Hilfe von Sonnenenergie aufladen, mit solarbetriebenen Autos um die Wette fahren und die Springbrunnenhöhe je nach Lichteinfall regulieren.

Als weitere nutzbare Energieform haben wir am Donnerstag die Wasserenergie noch genauer kennengelernt. Dazu haben wir diese zuerst zum Vorwärtskommen genutzt – mit den Kanus ging es in Celle bis nach Oldau. Ohne die unterstützende Strömung wäre diese Strecke ziemlich lang und schwer zu bewältigen gewesen. Ohne Verluste in Oldau angekommen, haben wir dort das historische Wasserkraftwerk besichtigt, welches auch heute noch genug Energie produziert, um Oldau damit zu versorgen.

Im Anschluss an die Führung kamen die Gasteltern und zum Teil auch die Gastgeschwister auf die kleine Allerinsel und gemeinsam haben wir den Austausch mit einem Picknick ausklingen lassen. Neben dem vielen Essen nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit zum Ballspielen und auch zum doch recht kalten Bad in der Aller und die Eltern für nette Gespräche.

Am Freitag flogen die türkischen Schülerinnen und Schüler wieder zurück nach Malatya.

In der gesamten Woche sind viele Freundschaften entstanden, so dass der Abschied vielen sehr schwer gefallen ist. Neben allen Gastfamilien bedanken wir uns bei der Robert-Bosch-Stiftung, welche das Projekt gefördert hat.

 

 

 

 

 

http://celler-presse.de/2016/05/20/ernestinum-erhaelt-foerderung-der-robert-bosch-stiftung-fuer-internationales-projekt-und-schaerft-profil-als-europaschule/

http://www.cellesche-zeitung.de/S4965029/Tuerkische-und-deutsche-Schueler-experimentieren-am-Ernestinum