Standing Ovations für Sommerkonzert des Schulorchesters mit „Rhapsody in Blue” von George Gershwin und anderen Werken

“Das kann man doch nicht mit dem Schulorchester spielen!“ So lauteten die ersten Reaktionen auf die „Rhapsody in Blue“ von Musikern aus meiner Bekanntschaft. Das Schulorchester des Ernestinums hat es trotzdem gewagt und am Montag, den 22. Mai 2017 ein rundum gelungenes Sommerkonzert mit diesem Stück und einer ganzen Reihe von weiteren großartigen Stücken gegeben. 

Das Schulorchester des Ernestinums präsentierte sich in sinfonischer Besetzung unter der Leitung von Maria Meynecke, Christoph Stelljes und Maximilian Kloth. 

Herr Kloth studiert in Hannover Schulmusik und war im März als Praktikant am Ernestinum. Wir konnten ihn dafür gewinnen, mit nach Frenswegen zu fahren und dann auch im Konzert als Dirigent und Kontrabassist mitzuwirken. 

Zur Vorbereitung hat sich das Schulorchester -wie jedes Jahr seit 35 Jahren- für eine Woche in die Ruhe und Abgeschiedenheit des Klosters Frenswegen zurückgezogen um dort das spannende und überaus abwechslungsreiches große Konzertprogramm einzustudieren.

Mit dem Schulorchester konzertierten in diesem Jahr sieben (!) hervorragende Instrumentalsolisten aus den Reihen des Orchesters. 

Inken Jörgensen eröffnete das Konzert mit zwei Sätzen aus dem Viola-Konzert von G. Ph. Telemann und zeigte dem Publikum wie warm und wohlklingend die große Schwester der Violine sein kann.

Xenia Becker setze das Programm mit dem von ihr sehr munter und lebhaft gespielten Rondo aus Mozarts Horn-Konzert Es-Dur fort.

Darauf folgte Malte Bleeker mit dem 1. Satz des Cellokonzerts von Georg Goltermann, quasi als Ergänzung zum letztjährigen Sommerkonzert, in welchem Anna Stumpf den zweiten Satz desselben Konzerts gespielt hatte.

Johannes Ipsen spielte dann mit großer Spielfreude und Geläufigkeit das Rondo aus Franz Hoffmeisters Klarinettenkonzert in B-Dur.

Vor der Pause kam dann noch ein echtes Highlight für Orchester und Publikum: Hagen Papenburg spielte den ersten Satz von Edvard Griegs Klavierkonzert in a-Moll. Dieses Konzert bietet dem Pianisten die Gelegenheit, seine Virtuosität und sein technisches Können zu zeigen und hat aber gleichzeitig überaus schöne „ohrwurmtaugliche“ Melodien für Orchester und Klavier zu bieten. Solist und Orchester sind am Montagabend weit über die Möglichkeiten eines Schulorchesters und eines Abiturienten hinausgewachsen und haben eine sehr schöne Interpretation des Konzerts dargeboten. 

Nach der Pause stand noch ein weiteres großes Klavierkonzert auf dem Programm, der erste Satz aus dem zweiten Klavierkonzert des französischen Komponisten Camille Saint-Saens. Glen Kiesecker brillierte hier als virtuoser Solist, während das Orchester unter der Leitung von Maximilian Kloth die filigrane, klangfarbenreiche Begleitung meisterte. 

Nach so viel Klaviermusik folgte ein Satz aus einem barocken Oboenkonzert von Tomaso Albinoni, mit David Altmann als Solist, begleitet von einer kammermusikalischen Besetzung aus Violine (Hagen Papenburg), Viola (Inken Jörgensen), Violoncello (Malte Bleeker) und Cembalo (Glen Kiesecker).

Der absolute Höhepunkt des Abends aber war die „Rhapsody in Blue“ mit Johann Hartmann als Klaviersolist. Er spielte ein grandioses, sehr virtuoses, klangvolles und jazziges Klaviersolo zu einem großartigen Orchester mit einer vollen Percussion- und Bläserbesetzung. Unser Dank gilt hier allen Aushilfen, die durch ihren Einsatz das Gelingen dieses Stückes ermöglicht haben! Ein großes Dankeschön gilt aber auch Johann Hartmann selbst, der die Aushilfen organisiert hat, alle Beteiligten -einschließlich der Orchesterleitung- immer wieder ermutigt hat, sich dieser großen Aufgabe zu stellen und der in Frenswegen unermüdlich mit den Mitgliedern der Band die komplizierten Noten der Percussion-Stimmen eingeübt hat.

Maria Meynecke