Austausch zwischen dem Gymnasium Ernestinum und dem Lyzeum Nr 1 in Kwidzyn/Polen

Als erstes haben wir die Polen in Kwidzyn besucht. Dazu sind wir am Mittwoch, den 23. Mai 2018, um viertel nach sechs am Bahnhof in Celle gestartet. Auf unserer Reise sind wir sechs Mal umgestiegen und hatten eine Stunde Aufenthalt in einem kleinen Ort mit dem Namen Laskowice Pomorskie. Da wir dort so viel Zeit hatten, wollten wir den Ort erkunden. Als wir dann aus dem Bahnhofsgebäude herausgingen, standen wir auf einem Sandplatz und wurden von einem Bus angehupt, da wir wohl auf der Straße standen. Sonst gab es in dem Ort noch zwei sehr kleine Läden, die waren aber geschlossen, deswegen sind wir schnell wieder auf den Bahnsteig zurückgekehrt. Als wir dann um halb sieben endlich bei unseren Gastfamilien angekommen sind, waren alle sehr müde und wollten gerne schlafen. In unseren Gastfamilien gab es dann aber erstmal Abendbrot.

Am nächsten Morgen haben wir uns in der Schule getroffen, wurden begrüßt und bekamen von unseren polnischen Gastschülern eine Führung durch deren kleines Schulmuseum, in dem die Schulgeschichte und Kostüme dargestellt sind. Im Anschluss gab es ein kleines Frühstücksbuffet mit Kuchen, Keksen und Obst. Außerdem haben wir noch Kennlernspiele gespielt. Danach sind wir zum Rathaus gelaufen. Dort wurden wir von dem Bürgermeister empfangen. Am Nachmittag hatten wir eine Führung in der Kathedrale in Kwidzyn, die sehr groß ist und beeindruckende Wandgemälde hat. Dann haben wir zusammen Pizza gegessen und den Abend in unseren Gastfamilien verbracht.

Am Freitag sind wir nach Danzig gefahren. Danzig liegt in etwa zwei Stunden mit dem Bus entfernt. Dort haben wir erst während einer Stadtralley alte Gebäude wie Kirchen, Theater und Museen gesucht. Am Mittag waren wir in dem Museum über den zweiten Weltkrieg und sind dort mit Audioguides durch das Gebäude gelaufen, das dem Pheano in Wolfsburg etwas ähnelt. Wir fanden dort besonders interessant, den Krieg aus einer anderen Perspektive, nämlich der des besetzten Polen, zu sehen und nicht wie sonst aus der deutschen Sicht. Anschließend sind wir noch zu einer kleinen Stadt an die Ostsee gefahren. Abends waren wir als Gruppe noch auf einem Festival in der Stadt.

Samstag waren wir in Thorn, das liegt eine Stunde Busfahrt in südlicher Richtung. Dort haben wir auch eine Stadtralley gemacht, allerdings diesmal mit Gegenständen auf Fotos, die wir finden sollten. Anschließend hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Die meisten haben etwas gegessen, zum Beispiel das typisch polnische Gericht Pierogi. Als wir am Abend zurück in Kwidzyn waren, haben wir mal wieder Pizza gegessen und waren anschließend im Kino. In Polen sind einige Filme auf Englisch mit polnischen Untertiteln, deswegen haben wir den Inhalt schon verstanden. Der Film hieß „The last Fisherman“ und handelte von einem kleinen Fischerort in Schottland, in dem die Fischer nicht mehr genug verdienen und deswegen ihre Arbeit aufgeben, aber ein Fischer jeden Tag weiter zur See fährt, um zu fischen.

Am Sonntag hatten wir einen Tag in den Gastfamilien. Die meisten von uns waren in der Kirche und haben dann einen Ausflug zum Beispiel zu einer Burg oder zu einem See gemacht.

Am nächsten Morgen waren wir in dem Unterricht mit unseren polnischen Gastschülern. Es ist uns aufgefallen, dass die Klassen dort viel größer sind und der Unterricht viel strenger und frontaler. Die Klassen waren sehr diszipliniert. Danach haben wir in der Schule die Ergebnisse von unseren Ralleys zu einer Präsentation verarbeitet und anschließend ein deutsch-polnisches-englisches Wörterbuch geschrieben mit Worten, die häufig vorkamen zum Beispiel Burg- zamek- tower. Am Nachmittag haben wir in einer Bildhauerwerkstatt versucht, aus Ton und Seife schöne und möglichst kreative Skulpturen herzustellen. Dabei sind Hockeyschläger, Blumen, Hufeisen und vieles mehr entstanden.

Am Dienstag gab es ein Abschlusstreffen in der Schule, während dem wir die Ergebnisse der Präsentationen vorgestellt haben. An diesem Tag hat zufälliger Weise ein Schulfest stattgefunden, bei dem die Schulband gesungen hat und es Sportwettkämpfe gab. Später wurden wir vom Schulleiter mit Gastgeschenken sehr freundlich verabschiedet. Die Geschenketüte bestand aus einem Notizbuch, einem Stick und einem Buch mit Bildern von Kwidzyn. Am Nachmittag war die deutsche Gruppe noch auf der Marienburg. Die Größe war für uns sehr beeindruckend. Da wir uns leider nicht die ganze Burg in zwei Stunden ansehen konnten, haben wir dort eine Führung durch den Klosterteil, das Küchenabteil und die Waffensammlung erhalten. Als wir wieder bei unseren Gastfamilien waren, mussten wir schon wieder Koffer packen.

Denn am nächsten Morgen sind wir schon kurz nach fünf Richtung Celle aufgebrochen. Nach etwas über dreizehn Stunden Zugfahrt kamen wir dann sehr müde, aber mit einigen Erfahrungen reicher zu Hause an.Die Zeit in Polen war insgesamt wunderschön. Wir haben viele nette Menschen kennengelernt und haben uns schon sehr auf den Gegenbesuch gefreut.

Vom 05.09.-11.09.2018 kamen die polnischen Schüler aus Kwidzyn zu uns zum Gegenbesuch, nachdem wir im Mai bereits bei ihnen waren. Am Mittwochnachmittag konnten wir die Polen sogar eine Stunde früher als erwartet vom Bahnhof in Celle abholen. Es war sehr schön, bis auf eine polnische Schülerin alle wohlbehalten wiedersehen zu können. Der anschließende Abend wurde in den Gastfamilien verbracht, damit die Polen sich von ihrer langen Fahrt erholen konnten.

Am Donnerstag morgen trafen wir uns zuerst in der Teeküche zu einem kleinen Frühstück. Danach lernten die Gastschüler unsere Schule kennen und es wurde ein gemeinsames Foto gemacht. Anschließend sind wir in die Stadt zum Rathaus gelaufen, wo wir von Celles 2. Bürgermeister, Herrn Dr. Rodenwald, begrüßt wurden. Anschließend wurden wir in deutsch-polnisch gemischte Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam verschiedene Aufgaben, die wir zu erledigen hatten. Wir sollten zum Beispiel Restaurants, Gebäude oder schöne Orte in Celle vorstellen. Die Ergebnisse sollten wir am Dienstag präsentieren. Bis dahin blieb es uns überlassen, wann wir die Aufgabe plus die entsprechend vorzubereitende Präsentation erledigen wollten. Der Rest des Tages war zur freien Verfügung gedacht. So konnte man mit dem Gastschüler und seiner Familie etwas unternehmen oder dem Gastschüler mit zu seinem Hobby nehmen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns wieder am Bahnhof, denn es hieß: „Auf nach Hamburg!“ In Hamburg besichtigten wir den alten Elbtunnel und konnten so Hamburg einmal von der anderen Seite der Elbe sehen. Daraufhin gingen wir zum Highlight des Tages: wir besichtigten die Plaza der Elbphilharmonie. Von dort hatten wir, auch wenn der Himmel nicht ganz wolkenfrei war, einen weiten wunderbaren Rundblick über Hamburg. Anschließend hatten wir Freizeit und zeigten den Polen die Europa-Passage, wo wir etwas aßen und shoppen gingen. Schnell war die Zeit um und wir trafen uns alle am Rathaus wieder, um von dort zum Bahnhof zu laufen. Auf dem vollen Hamburger Hauptbahnhof herrschte zuerst allgemeine Verwirrung, auf welchen Bahnsteig wir gehen sollten, aber letztendlich saßen wir doch im richtigen Zug und kamen pünktlich wieder in Celle an.

Samstag war für uns der Tag des jährlich stattfindenden Kochwettbewerbs. Nachdem die Gruppen zugelost waren, machte sich jede Gruppe auf zum Einkaufen. Jede Gruppe musste ein 3-Gänge-Menü kochen, wobei ein Gericht europäisch, eines polnisch sowie eines deutsch sein sollte. So gab es eine Vielzahl von Gerichten, wie zum Beispiel Kartoffelpuffer, Pizza, Apfelstrudel oder die typisch polnischen „pierogi“, eine Art Maultaschen. Nachdem wir uns alle sattgegessen hatten und die Küche wieder sauber war, ging es auf zum Bowling. Dort hatten wir viel Spaß und es spielte keine Rolle, ob man nun der Beste oder weniger gut war. Es war eine schöne Abwechslung und rundete den Abend gut ab.

Sonntag war ein Tag zur freien Verfügung in den Gastfamilien. Einige sind in den Heide Park gefahren, andere in die Heide oder in den Zoo. Allgemeiner Konsens war, dass der Tag Spaß gemacht hat.

Am Montag waren wir im Harz. Als erstes haben wir die Gedenkstätte Marienborn an der ehemaligen innerdeutschen Grenze besichtigt. Dort bekamen wir eine 1 ½ - stündige Führung, in der uns das Verfahren für die Einreise in die DDR gezeigt wurde. Dazu wurden uns die Arbeitsräume der Grenzbeamten und deren Geräte gezeigt. Außerdem waren wir noch in einer Garage, in der stichprobenartig Autos auseinander gebaut wurden. Wir fanden es sehr beeindruckend, welche Verstecke die Menschen gefunden haben, die unbedingt über die Grenze gelangen wollten. Im Anschluss waren wir noch auf einem Übersichtsturm, von dem man die gesamte Anlage überblicken konnte. Danach hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Die meisten haben in der benachbarten Autobahngaststätte etwas gegessen. Am Nachmittag sind wir in der Nähe von Ilsenburg zwei Stunden durch den Wald gewandert. Dabei hatte man die ganze Zeit eine schöne Sicht über die Berge. Besonders schön war die Aussicht von den beiden Aussichtspunkten. Zwischendurch haben wir gepicknickt.

Dienstags haben wir uns in der Schule getroffen, um ein gemeinsames Kochbuch mit den Rezepten von dem Kochwettbewerb zu schreiben. Das Kochbuch sollte bilingual sein und ein schönes Deckblatt haben. Dabei haben sowohl die polnischen als auch die deutschen Schüler neue Worte gelernt. Danach wurden die Präsentationen von Montag gehalten. Die vier Gruppen hatten als Aufgabe, Restaurants, Gebäude, Denkmäler und schöne Dinge zu fotografieren und Informationen über die Objekte zu sammeln. Nachmittags hatten wir Freizeit. Wir waren in der Innenstadt, um Souvenirs und Mitbringsel zu kaufen und etwas zu essen. Am Abend haben wir uns für eine Abschlussfeier im Bootshaus des Ernestinums getroffen. Es wurde gegrillt und die Gewinner des Kochwettbewerbs wurden gekürt. Die polnischen Gäste haben außerdem die Ernestinum-Tasche bekommen. Danach wurden die Gäste zum Bahnhof gebracht und verabschiedet.

Während des Austausches hat man die jeweils andere Kultur ein Stück näher kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen. Es war eine sehr schöne Woche.

Finja Knafla und Wiebke Martens