Am 17.01.19 ging es für sieben Schüler des Ernestinums und Frau Mumm auf eine abenteuerliche Reise. Zusammen mit Schülern der Oberschule Westercelle und deren Lehrerin Frau Carlow-Meyer fuhren wir für einen zweiwöchigen Schüleraustausch nach Bangkok, Thailand. Die Oberschule Westercelle führt diesen Austausch bereits zum sechsten Mal durch. Schon im Oktober 2018 lernten wir unsere Austauschpartner hier in Celle kennen, als die Thailänder zu Besuch kamen und wir am Projekt „ Salz – einem multikulturellen Kristall auf der Spur“ arbeiteten.
Nach der langen Reise war die Freude beim Wiedersehen am Flughafen in Bangkok groß.
Für uns Schüler stand dann zunächst ein Familienwochenende auf dem Programm.
So erlebten wir sofort die unglaubliche Gastfreundschaft der Thailänder. Einige von uns fuhren mit unseren Familien ans Meer, andere besuchten die alte Hauptstadt Ayutthaya und wieder andere machten ihre ersten Erfahrungen in thailändischen Tempeln oder bei einer Thai-Massage sowie in einem der vielen hochmodernen Kaufhäuser in Bangkok.

Die Stadt an sich war für uns Deutsche zum Staunen – bei 34 Grad ist jeder Fußweg durch den unglaublichen Verkehr eine Herausforderung. Und auch an die Lärmkulisse kann man sich nicht so leicht gewöhnen, sowohl auf den Straßen als auch in den Kaufhäusern.
Am Montag stand dann der erste Schultag an der Triamudom Schule, eine der besten Schulen des Landes, auf dem Programm. Wir wurden mit Schuluniformen ausgestattet und fielen so kaum auf, wenn morgens vor Unterrichtsbeginn jeder stehen blieb und respektvoll der Nationalhymne Thailands lauschte. Der Schultag der Partner ist insgesamt länger als bei uns, v.a. für einige Schüler, die schon um 4 Uhr aufstehen, da sie ihre Anfahrt nach dem Verkehr richten: ab einer gewissen Uhrzeit ist kein Durchkommen mehr, so dass man sich lieber „mitten in der Nacht“ auf den Weg macht und dann in der Schule frühstückt.
Wir hatten Unterrichtsstunden, in denen wir traditionelle Thai Instrumente spielten, traditionellen Tanz lernten und uns an der thailändischen Schrift probierten. So schrieben wir auch Postkarten auf Thai, die wir an unsere Familien schickten. Wir nahmen aber natürlich auch an ganz normalen Unterrichtsstunden mit unseren Austauschpartnern teil.
Ein besonderer Ausflug war die Fahrt zu den Salzfeldern 50 km südlich von Bangkok. Wir erfuhren, wie aufwendig Salz gewonnen wird und konnten selbst verschiedene Produkte aus Salz bzw. unter Verwendung von Salz herstellen. So bereiteten wir eine Masse aus pulverisierten und verkohlten Reishülsen zusammen mit Salzwasser und einigen anderen Zutaten zu, mit der wir dann Enteneier umschlossen, welche 14-20 Tage in dieser Masse verbleiben und einen besonderen Geschmack annehmen. Wir nannten sie scherzhaft hundertjährige Eier! Auch Kosmetikprodukte und Dekoartikel wurden von uns hergestellt und wir selbst konnten das Ernten des Salzes in der sengenden Sonne ausprobieren.
Natürlich durfte aber auch ein Besuch beim Königspalast, von Wat Arun und Wat Pho nicht fehlen. Besonders schön war, dass wir in einem der Tempel dabei sein konnten, als die buddhistischen Mönche ihr Morgengebet sangen. Bei den Aktivitäten außerhalb der Schule war es immer toll, in der Schuluniform aufzutreten. Diese öffnete uns so einige Türen, die normalen Touristen verschlossen bleiben. Viele Thailänder wollten auch Fotos mit uns machen.
Nach intensiven Tagen in Bangkok mit den Partnern hieß es am Dienstag der zweiten Woche Abschied nehmen. Es folgten 3 Tage in Hua Hin am Golf von Thailand. Die Zeit dort wurde zum einen genutzt, um bereits alle Projektberichte fertig zu stellen. Zum anderen hatten wir die Gelegenheit eine Ananas-, Bananen- und Mangoplantage zu besuchen, sowie einen Berg zu erklimmen, in dessen Kalksteinfelsen sich eine große Höhle mit kleinem Tempel befindet. Auch ein Bad im 30°C warmen tropischen Meer war uns vergönnt!
Als Fazit bleibt: Wir haben definitiv unseren Horizont erweitert, viel Neues erlebt, gesehen und gelernt und wir haben trotz der so unterschiedlichen Lebenswelten neue Freunde gefunden. Wir haben Erfahrungen gesammelt, die wir nicht missen möchten.