DSAMUN_2011_Gruppenphoto_vor_SchuleTeilnahme der AG „Model United Nations" an der 14. MUN-Konferenz der Deutschen Schule Athen vom 18.-24. Oktober 2011

Nach einem langen Jahr wöchentlicher Vorbereitungen, in denen wir unter der Anleitung von Herrn Busch

  • Entstehung und organisatorischen Aufbau der UN sowie deren Charta,
  • Besonderheiten der von uns vertretenen Länder,
  • deren potenzielle Standpunkte zu vorab von uns gründlich analysierten weltpolitischen Themen,
  • Resolutionsentwürfe zur Vorlage während des Lobbying und als Diskussionsgrundlage in den UN-Komitees, weiterhin
  • Verhaltenskodex und Verfahrensrichtlinien der UN

studierten, ging es endlich los nach Athen zur dreitägigen DSAMUN-Konferenz 2011- einer Simulation der UN in der Deutschen Schule Athen.Athen_2011_DSAMUN

Wir, das sind 13 Schüler der Oberstufe des Ernestinums, waren bereit, uns durch tiefgründige Debatten in verschiedenen Komitees mit weltweiten aktuellen politischen und sozialen Problemen und deren potentiellen Lösungen auseinanderzusetzen. Wegen der hohen AG-Teilnehmerzahl vertrat unsere Schule sogar zwei Länder - die Republik der Philippinen und die Republik Gabun, für deren Vertretung wir uns beworben haben, weil sie derzeit einen Sitz im UN-Sicherheitsrat hat. Der erfahrene Delegierte unserer AG, Johannes Goedejohann, hat ihn - Dank an das Auswahlkomitee der Deutschen Schule Athen - erhalten und lebendig ausgefüllt (s. eigenen Bericht). Bei der Konferenz waren insgesamt 79 Länder vertreten. Begleitet und unterstützt wurden wir dabei von unseren „MUN-Direktoren" Herrn und Frau Busch sowie von Herrn Dr. Fechner.

Athen_DSAMUN_2011Am ersten Konferenztag wurden die Eröffnungsreden, einminütige „Opening Speeches", der Länder in einer großen Generalversammlung vorgetragen. Wertschätzung und Bedeutung der DSAMUN-Konferenz lassen sich daran erkennen, dass mit Dimitris Fatouros (Direktor des Regionalen Informationszentrums der Vereinten Nationen für Westeuropa  - UNRIC), Kyriakos Mitsotakis (Abgeordneter des Griechischen Parlaments), Kristian Rasmussen (stellvertretender dänischer Missionschef in Athen), Dr. Michael Linhart (Botschafter Österreichs), Dr. Roland Wegener (der Deutsche Botschafter in Athen) und  Prof. Anastasios Giannitsis (Universitätspräsident) führende Vertreter aus Politik und Gesellschaft an der Eröffnungsfeier teilnahmen und Ansprachen hielten.

Aufgeteilt in verschiedene Ausschüsse lernten wir während eines hoch konzentrierten Arbeitstages die anderen Konferenzteilnehmer aus unseren Komitees kennen und tauschten uns über die Meinung des jeweils vertretenen Landes zu den gestellten Problemen aus. Während der Sitzungen und in den Sitzungspausen ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten, neue Kontakte und Freundschaften auf internationaler und multikultureller Ebene zu knüpfen sowie unsere verbalen Fähigkeiten in der englischen Sprache zu verbessern. Gäste aus führenden Institutionen, Organisationen und Gremien nahmen sich Zeit, über Themen der Konferenz zu berichten und zeigten ihr Interesse an der Förderung politisch interessierter junger Menschen.

Am zweiten und dritten Tag verhandelten wir die erarbeiteten Resolutionen zunächst im „Lobbying-Verfahren", das bedeutet, man versuchte, Unterstützer für die eigene, in den zu Hause erarbeiteten Resolutionsentwürfen dargelegte Position zu finden oder sich Meinungsführern mit ähnlichen Positionen anzuschließen. In Gruppen formulierten wir aus den vorliegenden Meinungen und Fakten neue Resolutionen, die vom „Main-Submitter", dem Meinungsführer der Arbeitsgruppe, in dem Arbeitsausschuss vorgetragen wurden. „Co-Submitter", d.h. Unterstützer, bekräftigten die erarbeitete Resolution und seine Argumentation. Delegierte konnten auch Einwände, so genannte „Amendments", vortragen. Ziel war es, eine DSAMUN_2011_Gruppenfoto_Akropolismehrheitlich tragfähige Resolution zu erarbeiten, die in zwei Abstimmungen, einmal im Komitee und in der Vollversammlung, angenommen werden muss.

Die nach strikter Wahrung der Etikette ausgelassen zelebrierte „Closing Ceremony" und ein abschließendes gemeinsames griechisches Essen in der Schule rundeten die Konferenz ab.

Die verbliebenen zwei Tage, je ein Tag vor und nach der offiziellen Konferenz, machten wir, geführt von Herrn Dr. Fechner, beeindruckende Rundgänge entlang der kulturellen Höhepunkte Athens, wie etwa zur AkropAthen_Akropolis_2011olis oder in das Akropolis-Museum und zur „Hadriansbibliothek". Zwei Ausflüge an den sonnigen Strand von Glyfada nahe Piräus rundeten das Freizeitprogramm ab. Abends genossen wir bei schöner Beleuchtung die Restaurants im Altstadtviertel Plaka oder im studentischen Szeneviertel Gazi oder bummelten rund um die Akropolis. Tief bewegt von den vielen Eindrücken flogen wir zurück nach Deutschland.

Fabiola Bärsch und Marielle Heide, 10 G

Arbeitsbericht:

Betritt man sein Komitee zur Arbeitssitzung, wird man als erstes sehr scharf von den Vorsitzenden aufgefordert, seinen Platz einzunehmen und sich einfach ruhig zu verhalten. Bei jedem Versuch, sich mit seinem Sitznachbarn zu unterhalten, läuft man Gefahr, sich ein resolutes „Order in the house" einzufangen. Wenn dann doch außerhalb des Lobbying kommuniziert werden will, geht das nur über Notepapers (Zettelpost), die von Raumdienern zum Bestimmungsort getragen werden.

Nicht nur die indirekte Kommunikation erfolgt so formell, sondern auch die Debatten. Da ein Delegierter immer ein Land vertritt, spricht man über das eigene Land in der 1. Person Plural, das Verwenden der 2. Person ist generell verboten. Das führt dazu, dass man -  anstatt einfach zu fragen: „Would you please be so kind to explain your arguments?" -  fragt: "Could the honourable delegate of China please explain his arguments?" Auch wenn man nur darum bittet, dass der Redner doch ein bisschen lauter sprechen möge, muss man dies der Sitzungsleitung mitteilen, die die Bitte dann an den Redner richtet, was natürlich vollkommen unsinnig anmutet, da der Redner ja auch schon gehört hat, dass man ihn nicht versteht. Auch jedes Zeigen von Gefühlen ist in der Regel untersagt. Lachen ist während der Komiteesitzungen grundsätzlich verboten und Klatschen auch nur dann erlaubt, wenn ein Antrag erfolgreich war.

Trotz oder gerade wegen dieser Vielzahl von für uns doch recht merkwürdigen Verhaltensregeln, die mal mehr mal weniger eingehalten werden, ist die Arbeit in den Komitees meist sehr interessant und produktiv. So werden, je nach Interessenslage, dann mal eben alle Revolutionen und Rebellionen auf der Erde von irgendwelchen Staaten für gerechtfertigt erklärt oder verdammt und die Grenzen ganzer Staaten neu gezogen. Dabei sollten sich alle Teilnehmer so verhalten wie die Staaten, die sie vertreten. Wie bei politischen Debatten und Diskussionen üblich, reicht die Zeit fast nie aus, so dass in der Regel die Diskussion abgebrochen und         - grundsätzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit - abgestimmt wird. Ein Phänomen ist dabei, dass zum Ende eines langen Tages in „session" immer schneller abgestimmt wird.

Johannes Goedejohann

DSAMUN_2011_WegenerRede des Botschafters Wegener: Mr. Ronald Wegener, Ambassador of Germany,

started by saying that it was a great honour for him being in the German School of Athens. He also talked about the importance of MUN.

He said that MUN was created in order to enable students to work together on finding solutions in politics. He also mentioned that young people have the opportunity to cooperate with people with different personalities and from a variety of cultures. He admitted that it would not be easy for students who do not speak English as their mother tongue to communicate and search for solutions in a foreign language. Nevertheless, he was convinced that the conference gives all of them the opportunity to explore new skills and by cooperating solve some of the world's issues. Last but not least H.E. Dr. Wegener presented the director of the DSA, Mr. Fischer, with the award as "Excellent German School Abroad", which the German School of Athens was awarded by the Federal President of Germany for its excellent standards and creativity.

By Marina Mattheou

 

MUN 2010: Schülerdelegation kehrt von „UNO-Sitzung“ aus Athen zurück

21. Oktober 2010, 12.00 Uhr: Pünktlich auf die Minute wird die UN-Generalversammlung an der Deutschen Schule in Athen eröffnet. Unter den Delegierten befindet sich auch eine Abordnung aus Celle. Gründlich vorbereitet und vor Ort betreut von ihren Lehrern Dr. Detlef Fechner und Peter Busch vertreten Schülerinnen und Schüler (Foto) des Gymnasiums Ernestinum die Schweiz bei der 13. Konferenz „Model United Nations“ in Athen.

Griechenland 2010 696 (2) Griechenland 2010 660 Griechenland 2010 685

Ihre Aufgabe: Ringen um verbindliche internationale Regelungen unter Wahrung der Interessen des kleinen und jungen UNO-Mitglieds in aktuell schwierigen und komplexen Fragen wie z.B. Eindämmung der Desertifikation, Rückgabe von Kulturgütern, Grundwassererhaltung, Bekämpfung von HIV/AIDS, Maßnahmen gegen moderne Sklaverei, vertrauensbildende Maßnahmen in Bezug auf Technologietransfer und Rüstungsbegrenzung. Erhitzte Debatten gibt es auch im Politischen Komitee in der Frage der völkerrechtliche Anerkennung eines unabhängigen Kosovo, an der die Schweiz besonderes Interesse hegt. Auf der Basis der UN-Charta und bestehender Vereinbarungen erarbeiten Schülerinnen und Schüler aus 20 Staaten, die 70 Nationen der aktuell 192 UN-Mitgliedstaaten sowie bedeutende Nichtregierungsorganisationen vertreten, Resolutionen in ihren Komitees, die anschließend die Hürde der Zustimmung in der UN-Vollversammlung nehmen sollen. Dabei sind sie gehalten, das Reglement der UNO, selbstverständlich in der Verkehrssprache Englisch, peinlich genau einzuhalten. Der hohe Stellenwert, der dieser Veranstaltung beigemessen wird, zeigt sich auch in Begrüßungsrede des griechischen Außenministers sowie der Anwesenheit von 6 wirklichen Botschaftern bei der Eröffnung der Konferenz.

Griechenland 2010 668Um vielfältige Erfahrung auf dem diplomatischen Parkett und spezielle kulturelle Eindrücke aus dem antiken und modernen Athen bereichert kehrt die Delegation des Gymnasiums Ernestinum zurück, um sich, beflügelt von diesem Motivationsschub, der Vorbereitung auf das Abitur zu widmen.

Johannes Goedejohann (Political Committee)
Theresa Bangemann (Social and Humanitarian Committee)
Johanna Harke (Environmental and Cultural Committee) and
Nicolas Martini (Disarmament Commission).