„Französisch auf Rädern“ macht virtuell Station am Ernestinum

Das FranceMobil war am Ernestinum „zu Gast“, um mit den Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen äußerst lebendige Sprachanimationen durchzuführen und die Kinder eine etwas andere Französischstunde erleben zu lassen – und das alles mit einer echten Französin! Eine besonders gelungene Abwechslung zum sonstigen Homeschooling…
Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das Institut français Deutschland in Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft und mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Instituts Erlangen sowie des Klett-Verlags fördern zwölf französische Lektorinnen und Lektoren, die in diesem Schuljahr vor allem auf digitalen Wegen ein Jahr lang durch Deutschland „touren“, um Schülerinnen und Schüler mit Spiel und Spaß für die Sprache und Kultur Frankreichs zu begeistern. So ist es trotz der globalen Gesundheitskrise möglich, junge Menschen aus Frankreich und Deutschland miteinander in Kontakt zu bringen – wenn auch „nur“ digital.

Und das hat Sascha Leclerq, die diesjährige, sehr sympathische Lektorin des Institut français Bremen, auf besondere Weise geschafft: In dafür eingerichteten Videokonferenzen stellte sie sich selbst vor, um dann die Kinder zum Sprechen über sich selbst zu motivieren, was sehr gut gelang. In einer zweiten Phase wurden die Schüler*innen mit aktuellen Videoclips auf die sehr lebendige französischsprachige Musikkultur eingestimmt, die ihnen so gar nicht bekannt war. Im Anschluss wurden mittels Kleidungsstückbeschreibungen und Farben Rätsel gelöst, wie zum Beispiel: Stammt dieser Sänger tatsächlich aus Frankreich, weil er auf Französisch singt? Oder ist jene Sängerin vielleicht Franko-Kanadierin, Belgierin - oder stammt sie vielleicht eher aus Mali in Afrika? Für unsere Jüngsten ging es bei den französischen Liedern darum, sogenannte „mots transparents“ (transparente Wörter) herauszuhören – nämlich die Wörter zu identifizieren, die klangliche Ähnlichkeiten mit den jeweiligen deutschen Wörtern aufweisen. 

Auf überaus ansprechende Weise gelang es der Lektorin durchgängig, die gespannte Aufmerksamkeit unserer Schüler*innen zu halten, und alle waren – trotz einiger anfänglicher Probleme mit dem Internet – mit viel Spaß dabei und auch dankbar, dass es „auch unter den schwierigen Bedingungen per Videoschalte geklappt hat!“ (Viktoria, Klasse 6b) 
Alle Schülerinnen und Schüler hatten die (meist) erstmalige Chance, mit einer Muttersprachlerin in der Fremdsprache zu kommunizieren, und diese war von der guten Kommunikationsfähigkeit unserer jüngsten Lernenden beeindruckt. Alle Kinder ließen sich mit Freude auf diese „super Stunde mit tollen Spielen auf Französisch“ (Antonia, 6b) ein und brachten ihre Begeisterung zum Ausdruck: So sagte Lee aus der 6. Klasse, dass er es toll fand, mit „einer echten Französin Kontinente auf Französisch zu lernen“, und Matti (6b) „traut sich jetzt mehr zu“. Auch unsere Fünftklässler*innen „fanden es toll“ (Nilay und Zozan, 5e), und für Juli, Lotta und Matthea aus der 5d war die Kommunikation mit einer „richtigen Französin interessant und die Stunde sehr lehrreich“.
Wir hoffen sehr, dass wir möglichst bald wieder die Chance haben, das FranceMobil bei uns im Hause live begrüßen zu dürfen, wenngleich diese Art der virtuellen Sprachanimation durchaus auch sehr spannend und motivierend war. Eine Teilnahme am Programm ist keineswegs selbstverständlich, denn es gibt stets eine lange Warteliste interessierter Schulen, und man kann lediglich alle drei bis vier Jahre mit einer Zusage rechnen. 

In Frankreich gibt es dazu ein Pendant, die mobilklasse.de. Beide Programme wurden 2004 für ihr mustergültiges Engagement für die deutsch-französische Zusammenarbeit mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis ausgezeichnet. Bundesweit sind seit der Gründung 2002 mehr als 1,3 Millionen deutsche Schüler*innen erreicht worden. Chapeau!
Christine Günther

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