Das Ernestinum war bereit: zuzuhören, mitzufiebern, anzuspornen.
Am 20. Mai fand der diesjährige Vorlesewettbewerb Altgriechisch am Ernestinum statt.
Drei Schulen im Wettbewerb: Wilhelm-Gymnasium Braunschweig, Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover, Ernestinum.
Drei Jahrgänge im Wettbewerb: 8, 9, und 10. Drei Vortragende im Wettbewerb.
Höchst konzentriert ging es zu Werke. Jeweils ein vorbereiteter und ein unvorbereiteter Text mussten zu Gehör gebracht werden.
Für alle Beteiligten war auch eine Übersetzung gegeben, damit die Texte aus den Bereichen Liebesdichtung und Geschichtsschreibung unmittelbar verstanden werden können.
Gesamtsiegerin wurde Sophie Beyer, 9.Jahrgang, aus Braunschweig. Zugleich errang sie den ersten Platz in ihrem Jahrgang.
In Jahrgang 8 siegte Paul Martin aus Braunschweig, in Jahrgang 10 Johan Wiechert aus Hannover.
Jury und Publikum würdigten alle Leistungen, und Dr.Dr. Dobberahn als Verkünder der Ergebnisse zeigte sich beeindruckt, wie viel Begeisterung und wie viel Enthusiasmus für die altgriechische Sprache erkennbar gewesen sei – auch im Publikum!
Hervorragend organisiert war der Wettbewerb am Ernestinum maßgeblich von Lehrerin Corinna Blank, unterstützt in der launigen Moderation durch ihre diesjährigen Abiturientin-nen im Griechisch-Leistungskurs, Rahel Gieseking und Kristin Raddatz.
Konzentriertes Vorlesen und dann entspannende Musik: Wer hätte gedacht, dass sogar die britische Kultband Iron Maiden mit „Flight of Icarus“ den Vormittag verzauberte – alles bestens arrangiert von Christoph Stelljes und dem Salonorchester.
Nathalie Groß, Leiterin der Wortsalon-AG am Ernestinum und auch Jury-Mitglied, brachte in einer kleinen Erzählung griechische Fremdwörter aus dem Sprachalltag unter: 35 an der Zahl! Sophia Hoffmann, Jahrgang 10, Vorleserin für das Ernestinum, ergänzte alles mit selbst verfassten eindrucksvollen Gedanken zu Medusa: Mythenalltag.
Ein gelungener Vormittag mit Speis und Trank, großzügig finanziert vom Förderverein und unterstützt durch die Teeküche des Ernestinums - wer wollte, konnte sich in der Essenspause noch sein Walk-In-Orakel von Julia-Pythia, Apolls Priesterin, geben lassen oder auch mit Apoll höchstpersönlich plaudern, der vorher schon als Losfee losgelegt hatte.
Was bleibt? Der Pokal wird von Braunschweig mitgenommen (plus Ernie-Maskottchen für alle, der Merch ruft!), Altgriechisch bildet und ist höchst lebendig, und verweist uns auf allgemeingültige Dinge, die von universaler Bedeutung sind: „Nicht zu hassen, sondern mitzulieben“ mache uns Menschen aus, wie Antigone zu Kreon sagt und woran Dr.Dr. Dobberahn abschließend erinnerte.
Ein schöner Vormittag am Ernestinum.